Pressenotiz

“Das Haus, das von seinen Bewohnern liebevoll ANNELIE genannt wird, liegt an der Landwehrstraße, einem sozialen Brennpunkt Münchens, wo Junkies, Prostituierte, Künstler und Großstadt-Boheme nebeneinander leben. Das heruntergekommene ehemalige Hotel ist viel mehr als nur Idee und Schauplatz dieses Films. Die Pension ANNELIE ist ebenso real wie die Menschen und deren Geschichten.

Antej Farac, der Regisseur und Autor des Films, hat jahrelang gegenüber gewohnt und teilte sich den Hinterhof mit den ANNELIEanern. In der direkten Nachbarschaft erlebte er alle Höhen und Tiefen, Todesfälle und Schicksale mit. Geschockt vom Ausmass der Armut und fasziniert vom Galgenhumor seiner Nachbarn, war für Farac schnell klar, dass er auf die Verhältnisse aufmerksam machen wollte. Am Anfang bestand der Kontakt darin, dass er immer wieder ausrangierte Sachen, die die Nachbarn gut brauchen konnten, rüber brachte. Die Pensionsbewohner schätzten diese Initiative und entschieden endgültig, dass er kein Schnösel sei. Nach und nach machten sie bei seinen Projekten mit, und so entstanden Foto- und Kunstarbeiten, ein Dokumentarfilm über eine transsexuelle Hausbewohnerin und schliesslich der Spielfilm ANNELIE.

Das gewonnene Vertrauen ermöglichte ihm einen tiefen Einblick in die soziale Unterwelt, und so ist mit ANNELIE eine eindrucksvolle und spannende Milieustudie entstanden. Die Figuren wurden überwiegend von den echten Bewohnern gespielt, abgesehen von der Hauptrolle, die der Shootingstar im deutschsprachigen Raum, der Berlinale-Preisträger Georg Friedrich übernommen hat. Abgesehen vom Ende des Films verwob der Regisseur ausschliesslich Fragmente der echten Schicksale in eine berührende und zugleich humorvolle Geschichte. Der Film wirkt bis zur Schmerzgrenze authentisch, und doch reicht er an die wahren Verhältnisse im Haus nicht heran. Denn kein Film ist so hart wie das Leben selbst.

Heute gibt es die Pension nicht mehr, und die Bewohner wurden in andere „adäquate“ Unterkünfte verlegt, so dass man nur noch durch den Film an ANNELIE erinnert wird. Münchens Stadtkern wird seinem Image ein Stück mehr gerecht, und Deutschland begleicht seine immense Überschuldung weiterhin mit noch mehr Schulden. Denn in dem Land, das von den Medien zum Retter in der EU-Krise hochstilisiert wird, darf es keine Armut geben – zumindest nicht mitten in der Hauptstadt des reichsten Bundeslandes.

Der Film schafft es, den Finger auf diese gesellschaftliche Wunde zu legen. So wie die aufgehende Sonne bringt ANNELIE Licht in die deutschen Hinterhöfe und zeigt die Verhältnisse: wie sie sind.”

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